KI-Bilder kennzeichnen: Fortschritte, aber keine globale Lösung

Mai 2026 Die Kennzeichnung von KI-generierten und -bearbeiteten Bilder macht Fortschritte, bleibt aber lückenhaft. Einige große Anbieter wie Google, OpenAI, NVIDIA, ElevenLabs und Kakao setzen auf die SynthID und C2PA, um Inhalte zu markieren – doch das System ist weder einheitlich noch flächendeckend.12

Was sind C2PA und SynthID?

Mit C2PA3 gibt es eine digitale Kennzeichnung, die angibt: wann, wo und wie ein Bild entstanden ist – ähnlich wie ein Stempel auf einem Dokument. Diese Informationen werden als sogenannte „Metadaten“ in der Datei gespeichert und können Herkunft, Erstellungsdatum und Bearbeitungsschritte anzeigen. Beispiel: „Erstellt mit KI-Tool … am Datum, nachbearbeitet mit Photoshop“. Allerdings gehen diese Metadaten oft verloren, wenn das Bild neu gespeichert, komprimiert oder auf Social Media hochgeladen wird.

SynthID4 hingegen fügt unsichtbare Markierungen direkt in die Bildpunkte – wie unsichtbare Tinte, die auch nach Bearbeitungen nachweisbar bleibt. Diese Markierungen zeigen an, ob ein Bild vollständig oder teilweise mit KI erstellt oder bearbeitet wurde. Im Gegensatz zu C2PA sind robuster gegenüber Veränderungen – aber nur wirksam, wenn die verwendete KI SynthID nutzt.

Die Einführung von C2PA und SynthID ist ein wichtiger Schritt, um KI-generierte und bearbeitete Bilder erkennbar zu machen. Doch die Systeme haben entscheidende Grenzen:

Kein globaler Standard: Nur große Anbieter nutzen SynthID – Open-Source-Tools oder kleinere Plattformen bleiben oft außen vor. Ohne verbindliche Regeln entsteht ein Fleckerlteppich, der Lücken lässt.

Technische Lücken: Während C2PA-Metadaten sofort verloren gehen (z.B.: auf Social Media), ist SynthID zwar robuster, aber nicht unknackbar. Mit gezielten Angriffen oder speziellen Tools lässt sich die Erkennung teilweise oder sogar vollständig umgehen – wenn auch auf Kosten der Bildqualität.

Fehlende zentrale Instanz: Selbst bei markierten Inhalten fehlt eine zentrale Prüfinstanz. Nutzer müssen sich auf die Tools der jeweiligen Anbieter verlassen – oder selbst prüfen, ob ein Bild KI-generiert ist.

Das größte Problem: Solange nicht alle KI-Tools und Plattformen mitmachen, bleibt die Kennzeichnung lückenhaft. Ohne globale Vereinbarungen und verbindliche Regeln wird es weiterhin schwer sein, KI-Inhalte zu erkennen und Fehlinformation wirksam zu bekämpfen.

  1. Offizielle Ankündigung https://blog.google/innovation-and-ai/products/identifying-ai-generated-media-online/ ↩︎
  2. Offizielle Ankündigung https://c2paviewer.com/articles/openai-google-c2pa-synthid-2026 ↩︎
  3. Offizielle Seite zu C2PA https://c2pa.org ↩︎
  4. https://deepmind.google/models/synthid/ ↩︎